ADRK
Allgemeiner Deutscher Rottweiler-Klub e.V.

Fütterung Senioren Rottweiler

Auch im Alter hat der Rottweiler hohe Ansprüche an seine Ernährung

Fortschritte der Medizin und erweiterte Erkenntnisse über Ernährung und Gesundheitsvorsorge haben zu einer erhöhten durchschnittlichen Lebenserwartung bei Hunden geführt. Im Durchschnitt werden Hunde heute 13 Jahre alt, die maximale Lebenserwartung wird auf ca. 27 Jahre geschätzt. Der Alterungsprozess eines Hundes unterscheidet sich je nach Rasse, Gewicht und Größe. Grundsätzlich altern größere Hunde schneller als kleine, was auch bedeutet, dass kleine Rassen im Durchschnitt eine höhere Lebenserwartung aufweisen. Im Allgemeinen beginnt der Lebensabschnitt als „Seniorenhund“ ab 7 bis 10 Jahren.

Was passiert eigentlich beim Altern Ihres Rottweilers? Bereits kurz nach der Geschlechtsreife beginnt die Funktionsfähigkeit unterschiedlicher Organe des Körpers abzunehmen. Wann diese Veränderungen klinisch sichtbar werden, hängt vom Organsystem, äußeren Einflüssen, der Lebensführung und individuellen Aspekten des Tieres ab. Sichtbare Veränderungen für den Besitzer betreffen meist Fell, Gehör und Sehkraft sowie Verhaltensauffälligkeiten. Die Adaptionsfähigkeit gegenüber neuen Situationen und Stressfaktoren nimmt im Alter ab.

Der Nährstoffbedarf ändert sich im fortgeschrittenen Alter

Im Alter wird der Rottweiler insgesamt inaktiver - zudem schläft er mehr. Die Muskelmasse in seinem Körper nimmt ab und der Fettanteil steigt. Dies bedingt Veränderungen im Stoffwechsel, die zu einem verminderten Energiebedarf führen. Um Übergewicht vorzubeugen, ist es daher bei den meisten älteren Hunden notwendig, die Energiezufuhr um 20 bis 25 Prozent zu reduzieren. Bei Rottweilern kann die Energieaufnahme bereits ab dem sechsten bis siebten Lebensjahr auf 80 Prozent des Bedarfs reduziert werden. Bei kleineren Rassen wird die Energieaufnahme in der Regel ab dem neunten bis zehnten Lebensjahr angepasst. Doch auch weitere individuelle Eigenschaften bestimmen den Zeitpunkt, ab dem eine Anpassung der täglichen Ration notwendig wird.

Neben dem verminderten Energiebedarf gibt es weitere Veränderungen des Stoffwechsels und des Verdauungstraktes, die bei der Futterzusammenstellung berücksichtigt werden sollten. So sollte auf eine hohe Proteinqualität und günstige Aminosäurezusammensetzung der genutzten Rohstoffe geachtet werden. Die Zufuhr sollte allerdings den Bedarfswert nicht übersteigen, da dies wiederum Niere und Leber belasten könnte. Auch der Umgang mit Phosphor und Natrium sollte maßvoll erfolgen. Ist die Kochsalzzufuhr zu hoch, können insbesondere Hunde mit Herzproblemen Schaden nehmen.

Andere Nährstoffe wie Zink, Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien unterstützen das Immunsystem, wirken entzündungshemmend und unterstützen den Zellschutz - und sind deshalb in der Fütterung von anfälligen Senioren unabdingbar.

Zudem sollte die Tagesration Ihres Rottweilers auf mehrere Mahlzeiten am Tag aufgeteilt werden, um den Körper zu entlasten. Und achten Sie bitte darauf, dass das Tier ausreichend Wasser trinkt!

Spezielle Probleme im Alter

Anorexie, Obstipation, Flatulenz oder Tumorerkrankungen treten bei alten Rottweilern vermehrt auf. Frisst der Hund nicht mehr richtig, kann ein verminderter Geruchssinn die Ursache sein. Leidet das Tier an einer solchen Anorexie, kann das Erwärmen des Futters zu einer Steigerung der Nahrungsaufnahme führen. Im Alter tritt zudem häufig eine verminderte Motilität (Kontraktions- und Bewegungsfähigkeit) des Dickdarmes auf, die zu Verstopfungen führt. Bei solchen Obstipationen kann eine Erhöhung der Ballaststoffe die Darmmotorik wieder stimulieren. Auch bei Flatulenz können Ballaststoffe und Präbiotika positiv Einfluss nehmen. Zudem sollte auf eine hohe Verdaulichkeit der gefütterten Produkte geachtet werden. Bindegewebsarmes Fleisch, Ei- und Milchprodukte sind hochverdauliche Proteinquellen hoher Qualität. Vorsicht ist bei Pansen oder getrockneten Kauartikeln wie Schweinsohren oder Rinderhautknochen geboten: Diese Produkte sind schwer verdaulich. Häufig im Alter auftretende Erkrankungen sind Arthrosen, Herz-Kreislaufprobleme, Niereninsuffizienz und Tumorerkrankungen. All diese Störungen bedingen eine Veränderung der Bedarfswerte des Hundes, wobei diätetische Maßnahmen therapiebegleitend zu Medikamenten eingesetzt werden sollten. Nur eine auf die individuelle Situation maßgeschneiderte Ernährung kann die Gesundheit Ihres Rottweilers optimal unterstützen und so seine Lebensqualität nachhaltig erhöhen.

Auftretende Alterserscheinungen können durch die Fütterung nicht rückgängig gemacht werden. Wird die Ernährung allerdings optimal auf die Bedürfnisse des Hundes angepasst, kann die Lebenserwartung des Tieres erhöht werden. Ein gesunder Rottweiler lebt länger - die Ernährung sollte daher oberste Priorität haben.

Weitere Themen und Fragen zur Ernährung

Unter stefanie.schmidt@futalis.de können Sie mir zusätzlich gern weitere Fragen rund um eine gesunde Ernährung Ihres Rottweilers stellen. Ich bin bemüht, allen Anfragen so schnell wie möglich nachzukommen. Die interessantesten Fälle werde ich in einer Frage-Antwort-Sektion in diesem Magazin veröffentlichen.

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